Myopie - Kurzsichtigkeit

Kurzsichtige sehen in der Nähe scharf und in der Ferne unscharf.

Das „normale“ menschliche Auge ist etwa 24 mm lang. Ein zu langer Augapfel ist kurzsichtig (myop). Ist der Augapfel zu lange, werden beim Sehen die Lichtstrahlen nicht auf der Netzhautebene fokussiert, sondern davor. Daher werden Dinge in der Ferne unscharf gesehen. Ein Millimeter entspricht einem Sehfehler von circa 3 Dioptrien. Es zeigt sich weltweit eine Tendenz zur Zunahme der Kurzsichtigkeit (=Myopie).* Bis 2050 werden fast 50% der Weltbevölkerung von Myopie oder Kurzsichtigkeit betroffen sein. Das belegt eine Vorhersage auf der Grundlage klinischer Studien des Brian Holden Instituts in Zusammenarbeit mit der WHO**.

Progrediente Myopie

Von einer progredienten (hohen) Myopie spricht man, wenn die Myopie mindestens 0,5 bis 1 Dioptrien pro Jahr zunimmt. Eine starke Myopie von etwa sechs Dioptrien oder mehr birgt zudem weitere Gefahren von Augenerkrankungen.*

 

Diagnose

Die Diagnose von Kurzsichtigkeit bei Kindern ist am sichersten durch einen Augenarzt/eine Augenärztin vorzunehmen. Ein einfacher Sehtest reicht nicht aus, da dieser stark von der Mitarbeit des Untersuchten abhängig ist und das Ergebnis von den tatsächlichen Dioptriewerten abweichen kann. Nur durch eine Untersuchung mit speziellen Augentropfen (z. B. Cyclopentolat), welche die Krümmung der Linse (Akkommodation = Naheinstellung) verhindern, ist eine genaue Ermittlung der Dioptrien bei Kindern möglich. Für Verlaufskontrollen kann alternativ zum Eintropfen mit Augentropfen auch die Augapfellänge gemessen werden. Die wiederholten Untersuchungen dokumentieren eine eventuelle Myopie-Zunahme. *

 

Risiken

Je höher die Myopie, desto höher ist das Risiko einer Folgeerkrankung. Daher ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig von einer Augenärztin oder einem Augenarzt untersucht werden und die weitere Betreuung durch einen Augenspezialisten (Augenärzte, Orthoptisten, Optometristen oder Augenoptikermeister) in die Wege geleitet wird. ***

Ursache

Bei der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit spielen verschiedene Faktoren wie Umweltfaktoren und genetische Einflüsse eine Rolle. In der Kindheit wächst das Auge. Wissenschaftlich wurde gezeigt, dass Tageslicht das Wachstum des Augapfels einschränkt und andauernde Naharbeit das Wachstum fördert. Das Überangebot an Unterhaltungselektronik und die tägliche Bildschirmarbeit spielen daher eine große Rolle. Kommt es zu einem ausgeprägten Wachstum des Augapfels, werden Kinder kurzsichtig. Diese Kurzsichtigkeit kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine hohe Myopie von etwa fünf Dioptrien oder mehr birgt zudem weitere Gefahren von Folgeerkrankungen, die das Sehvermögen ernsthaft bedrohen. **

Wir kennen derzeit folgende Ursachen von Myopie:

  • Genetik und Vererbung
  • Übermäßige Nahtätigkeiten
  • zu geringer Abstand beim Lesen
  • Mangel an Tageslicht
  • unscharfe Abbildung im Randbereich der Netzhaut ***

 

Prävention

Noch besser ist es natürlich, vorzubeugen, dass ein Kind gar nicht erst kurzsichtig wird. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder ermutigen, möglichst zwei Stunden am Tag im Freien zu verbringen – diese Maßnahme senkt das Risiko für Kurzsichtigkeit. Des Weiteren sollte die Zeit, die mit Naharbeit verbracht wird – also etwa mit Smartphones, Tablets und Co –  begrenzt werden. *

 

*https://www.augen.at/a-bis-z-der-augengesundheit/myopie.php
**Holden B.A., Fricke T.R., Wilson D.A., Jong M., Naidoo K.S., Sankaridurg P., Wong T.Y., Naduvilath T.J., Resniko, S. Global Prevalence of Myopia and High Myopia and Temporal Trends from 2000 through 2050. American Academy of Ophthalmology. 05/2016, vol. 123, no. 5, p. 1036–1042. https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2016.01.006, https://www.who.int/blindness/causes/MyopiaReportforWeb.pdf
*** www.myopiacare.com

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